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Geistlicher Impuls für Heilig Abend (Pfarrerin Elke Stein)

„Fürchtet euch nicht, denn siehe ich verkündige euch große Freude: Euch ist heute der Heiland geboren.“ (Lk 2)

 

Eröffnung:

Im Namen Gottes, Schöpfer allen Lichts, der uns im Menschenkind Jesus nahekommt, mit seinem Geist Frieden schenkt und tröstet. Amen.

 

Psalmgebet (Weihnachtspsalm in einer Übertragung v. Hans Dieter Hüsch)

Singt Gott Lieder. Alte und neue. Denn Gott tut Wunder.

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.Geboren von der jungen Frau Maria, der Gottes-Vertrauten und Jesu Mutter.Gesucht und gefunden von dem Engel Gottes, die einfache Magd, das junge Mädchen, offen für Geisterfahrungen.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, gezeugt aus Geist und Wort und er heißt wunderbarer Rat für alle Menschen. Gottes Held für die Haltlosen, Atem der Ewigkeit für alle Atemlosen. Und Friedefürst für alle Friedlosen.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, damit der Friede sich ausbreite, vom einen Ende der Erde bis zum Anfang der Welt. Und das Recht und Gerechtigkeit hineinreicht bis in die Ewigkeit.Jeder Stiefel, der die Welt erschüttert, und jeder blutbesudelte Mordmantel, sie werden verbrannt. Alles, was uns belastet, ist von uns genommen. Wir sind frei.

Singt Gott Lieder. Alte und neue. Denn Gott tut Wunder. Amen.

 

Tagesgebet

Du, Gott, kommst in unsere Welt, wirst in einem Kind zum Freund der Menschen, schenkst uns in diesem Kind

dein Licht und deine Liebe. Wir bitten dich: Lass uns in deinem Licht leben, dass wir erkennen, was wirklich wichtig ist. Lass uns in deiner Liebe leben, dass wir teilen, was wir zum Leben brauchen. Dies bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

 

Biblische Lesung Lukas 2, 1-20, "Die Weihnachtsgeschichte"

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Befehl von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Da ging jeder in seine Stadt, um sich schätzen zu lassen. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,

damit er sich schätzen ließe mit Maria, seiner Verlobten; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Platz in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Herden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet das Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

Und plötzlich war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Und die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

 

Gedanken

In der Nacht bei den Hirten, draußen vor der Stadt, in Dunkelheit und Kälte, da erscheint das Licht. Dort wird die Botschaft zum ersten Mal laut ausgesprochen und verkündet. In dieser Nacht, da spricht der Engel Gottes zu allererst: „Fürchtet euch nicht!“ Fürchte dich nicht, hab keine Angst! An diesem Weihnachtsfest haben diese Worte einen anderen, fast neuen Klang für mich. In den Sorgen, Befürchtungen und Ängsten dieser Tage, in dem Schmerz vertraute Menschen nicht treffen zu dürfen, in den langen dunklen Tagen mit sich selbst, ist Gott und sagt durch seinen Engel: „Fürchtet euch nicht!“ Es gibt einen Grund, weshalb in all dieser Düsternis der Welt und des Herzens, ich das hören kann, „denn euch ist heute der Heiland geboren.“ Mit diesem Kind, dessen Wiege eine Futterkrippe ist, kommt Gott uns Menschen so nahe, wie nur möglich, weil er sich mit diesem Kind, dem Menschen Jesu so verbindet, dass wir Menschen erleben dürfen: Gott weiß durch Jesus wie uns ums Herz ist, in Freud und in Leid, im Hoffen wie im Bangen.

In der Stille und Weite einer dunklen Nacht, da scheint das Licht auf. Über den Feldern von Bethlehem, im Stall, in den Herzen der Menschen, die dieses Licht, diese Gottesliebe und den dadurch entstehenden tiefen Frieden in sich aufnehmen. Das macht dann mutig. Mutig, der Dunkelheit, dem Alleinsein, der Krankheit, ja sogar dem Tod, stand zu halten. Denn später wird dieses Kind mit Gottes Hilfe all dem Standhalten, dies überwinden, Lebensspuren streuen, die jederzeit und jedem, der darauf vertrauen kann, Freude, Hoffnung und Mitgefühl bringen.

In diesem Jahr ist es stiller als sonst, auf unseren Straßen, in unseren Häusern. Wir feiern, dass in der Heiligen Nacht, aus der Stille heraus, das Gotteskind, das Licht für die Welt, der Friedensbringer geboren wird, zu uns kommt. Möge dieses Licht des Friedens Ihnen und uns allen leuchten. Amen.

 

Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ (zum Hören und Mitsingen bitte anklicken)

1. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh.

2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht, durch der Engel "Halleluja" tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da, Christ, der Retter, ist da!

3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt.

 

Gebet

Jesus, Sohn Gottes, Licht der Welt. Zu dir rufen wir: Komm, Jesus.

Du bist gekommen, die Welt zu retten. Komm in unser Leben in dieser Zeit der Pandemie. Zu dir rufen wir: Komm, Jesus.

Komm zu den Menschen die wie du Herberge suchen: Heimatlose und Arbeitslose, Familien in Nöten, Verzweifelte und Einsame, Kranke und Sterbende. Lass sie alle Barmherzigkeit und Gerechtigkeit erfahren. Zu dir rufen wir: Komm, Jesus.

Du rufst uns, dir den Weg zu bereiten. Wir wollen deine Boten sein, Zeuginnen der Hoffnung, Türen öffnen in der Not. Zu dir rufen wir: Komm, Jesus.

Jesus, Menschenkind. Öffne unser Herz, dir zu begegnen. Öffne unsere Ohren, um zu hören. Öffne unsere Augen, um zu sehen. Öffne unsere Hände, um zu teilen. Öffne unseren Mund, um zu trösten. Zu dir rufen wir: Komm, Jesus.

Jesus, Retter in der Not. Sei Licht in der Dunkelheit und bleibe bei uns. Amen.

Vaterunser

 

Segen

Nicht, dass jedes Leid uns verschonen möge, noch dass unsere zukünftigen Wege unbeschwert und leicht zu gehen wären. Sondern: Dass wir dankbar bewahren die Erinnerung an diese Nacht, die Worte, die uns freuen und ermutigen. Darum bitten, dass jede Gabe in uns wachse, dass wir Menschen finden, die mit uns leben und glauben. Und dass in Freud und Leid das Lächeln des menschengewordenen Gotteskindes uns immer begleiten möge. Dazu segne uns alle der gute und nahe Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

In den Kirchen können Sie sich das Friedenslicht abholen und zu sich nach Hause mitnehmen.

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