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Geistlicher Impuls für den Monat Oktober (Pfrin Elke Stein)

 

Eröffnung:

Im Namen Gottes: Quelle, die uns belebt. Im Namen Jesu Christi: Wahrheit, die uns befreit. Im Namen des Heligen Geistes: Kraft, die uns erneuert. Amen.

 

Wochenlied EG 508, 1-2+4 (Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land)

1. Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

2. Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behände in unser Feld und Brot:es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

4. Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er lässt die Winde wehen und tut den Himmel auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

 

Psalm und biblische Lesung, Psalm 104 (EG 743)

Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich;

du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast.

Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich; der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden,

dass es bleibt immer und ewiglich. Du feuchtest die Berge von oben her,

du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Du lässest Gras wachsen für das Vieh

und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,

dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl

und das Brot des Menschen Herz stärke. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel!

Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.

Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.

Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.

Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich, der Herr freue sich seiner Werke!

Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!

Gedanken

Haben Sie heute schon mal danke gesagt?

Danke sagen. Eine kleine Geste, die Eltern schon ihren Kindern beibringen: wenn dir jemand etwas gibt, eine Auskunft, einen Zettel, ein Geschenk, dann sagen wir danke. Eine kleine Aufmerksamkeit oder ein Gefallen, der mir geschieht,

ist ein guter Anlass, um dieses kleinen Wort „danke“ zu sprechen. In der Regel tut das gut: Dem, der es gesagt bekommt,

und der, die es sagt. Auch wenn fast jeder von uns eine Geschichte mit einem Schmunzeln in den Augen erzählen könnte, aus der Abteilung: „Nun sag mal schön Danke“, was meint, dass andere finden, ich sollte dankbar sein, und ich finde das gerade gar nicht so toll. Dank, der formalisiert ist, wirkt schnell aufgesetzt oder unecht, ist dann auch kein wirklicher Dank. Aber um dieses Danke geht es heute nicht. Es geht am Ernte-Danke-Fest um einen Dank, der tief in uns Menschen sitzt: irgendwo da unten im Herzen. Ein Dank, der mir im Denken wie Fühlen bewusst macht, das nicht alles selbstverständlich ist im Leben.

Wir haben das Glück, jeden Tag genug zu essen zu haben, und wir können auch noch auswählen, worauf wir Lust haben zu essen. Viele Menschen auf unserer Erde können das nicht. Wir haben das Glück, dass trotz wieder eines trockenen Sommers, keiner an Durst leiden muss. Woanders auf der Welt müssen Menschen, oft genug Kinder und Frauen meilenweit gehen, um an eine Quelle mit Trinkwasser zu gelangen. Wir haben das Glück, dass - ja was eigentlich? -dass zum Beispiel so vieles uns das Leben erleichtert und schön macht. Dazu fällt Ihnen und euch gewiss etwas ein.

Zum Erntedankfest gehört also auch, dass wir uns bewusst machen, dass es Technik gibt, die das Leben leichter macht,und ganz bestimmt gehört dazu, dass viele Menschen mir ihrer Arbeit dazu beitragen, dass wir gut leben können:Winzer und Bauern allemal, aber auch die Menschen von der Müllentsorgung, Krankenschwestern und Handwerker,Lehrerinnen und Verkäufer, und so viele mehr. Außerdem: Wie froh bin ich, um Familie und Freundschaft, um Menschen, die meinen Alltag bereichern, um vertrauensvolles Miteinander hier in der Gemeinde. Und ich bin froh um Gottes Dasein in meinem Leben. Gott, der Im Auf und Ab meines Lebens Halt und Trost gibt, Zuversicht und Hoffnung.

Die Welt und manchmal auch das eigene Leben, sind zum Sorgen und Erschrecken. Angst kann Menschen ganz schön lähmen oder im Griff haben, und wenn das Leben zum Überleben wird, dann brauchen wir alle Kraft, die wir noch haben.Stößt da gerade das Dankesagen, nicht auch an Grenzen? Ein guter Freund, Arzt im Ruhestand, der über viele Jahrzehnte nun schon Menschen in schwierigen Situationen begleitet, denn Gesundheit ist ein zerbrechliches Gut,

erzählt von der Kraft der Dankbarkeit, die auch in schweren Zeiten Hoffnung macht, Zuversicht verleihen kann. Er spricht von einem Danke gegenüber dem Leben selbst: die Dankbarkeit darüber, dass ich jeden Morgen neu den Pulsschlag meines Herzens, eben den Pulsschlag des Lebens spüren kann. Ein paar tiefe Atemzüge können Dankbarkeit aufströmen lassen, einfach weil es mich gibt. Und eigentlich müssten wir darüber einen Augenblick schweigen,es in uns aufnehmen, wirken lassen: Gott sagt: Ich bin da – für dich. Und wie kostbar wäre es, Erfahrungen zu teilen,einander davon zu erzählen.

Auch das feiern wir in diesen Tagen des Erntedanks. Gott, der die Welt, der uns erschaffen hat, der die Welt und uns mit seiner Kraft, seinem Geist erfüllt, Gott, der da ist, weil sein Name ist: Ich bin für euch da.

Doch wie komme ich – manchmal oder überhaupt - dahin, das zu spüren? Eine kleine, wie ich finde schöne Geschichte erzählt davon: „Die drei Bohnen“

Es war einmal eine sehr alte Frau, die glücklich und zufrieden lebte. Viele Menschen beneideten sie, weil sie eine echte Lebenskünstlerin war. Die alte Frau verließ niemals ihr Haus ohne eine Handvoll getrocknete, Bohnen mitzunehmen. Sie tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen, nein, sie steckte sie einfach in die rechte Tasche ihrer Jacke. Jedes Mal, wenn sie tagsüber etwas Schönes erlebte – den Sonnenaufgang, das Lachen eines Kindes, eine kurze Begegnung, ein gutes Mahl, einen schattigen Platz in der Mittagshitze – nahm sie dies ganz bewusst wahr, freute sich darüber von Herzen und ließ eine Bohne von der rechten Tasche in die linke gleiten. War das Erlebnis besonders schön und gar überraschend, wechselten zwei oder drei Bohnen die Seite. Abends saß die alte Frau dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der Tasche. Sie zelebrierte dies geradezu und führte sich so vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war. Und auch an einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählen konnte, war der vergangene Tag ein gelungener Tag – es hatte sich zu leben gelohnt.

Aus dieser Geschichte hat sich eine kleine Übung entwickelt: Morgens drei Steinchen in eine Hosen oder Jackentasche zu stecken. Und entsprechend der Geschichte: Wenn etwas geschieht, was mich froh macht, was mir gefällt, was schön ist, kurz Danke sagen lässt, dann wandert ein Steinchen von der Tasche der einen Seite, in die Tasche der anderen Seite.

Am Ende des Tages tut es der Seele gut, sich an diese Erlebnisse zu erinnern, sie zur Erfahrung der Dankbarkeit werden zu lassen. Sie können natürlich auch Bohnen nehmen.

In diesem Sinne: Danke, Gott, für alles, was du uns schenkst.

Amen.

 

Gebet (angelehnt an das Gebet der Weltgebetstagskonferenz, 2011)

Gott, du Quelle unserer Kraft, Quelle unseres Lebens. Wir danken dir.

Du verwandelst das Samenkorn zur Frucht. Du nährst uns und erhältst uns. Du bist bei uns. Wir bitten dich, lass uns dies jeden Tag neu erfahren, dass du auf einfachen und auf schwierigen Wegen bei uns bist. Und mach uns fähig, einander zu begleiten.

Du lässt wachsen, Gott. Wir danken dir für alles, was du uns zum Leben schenkst: Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf, Menschen, die für uns da sind. Wir bitten dich um Gesundheit und um Kraft, und für die Menschen, die körperliche Grenzen oder Krankheit annehmen müssen, dass sie dies gut bewältigen können und nicht alleine sind.

Du schenkst Leben, du lässt es wachsen und du nimmst es wieder auf zu dir, wenn der Weg hier auf Erden zu Ende ist. Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen trauern. Sei du ihnen nahe mit deinem Trost.

Wir bitten dich, lass uns alle deiner Kraft vertrauen, die sich des Kleinen annimmt, und die aus zaghaften Anfängen Wunderbares wirken kann.

Sei uns allen nahe, leite und bewege uns. Wie aus den Körnern vieler Felder Brot und aus den Trauben vieler Weinberge Saft wird, so mache aus uns vielen eine Gemeinschaft, Zeichen der Hoffnung in der Welt.

 

Vaterunser

 

Segen
GOTT segne dich und behüte dich; GOTT lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; GOTT erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen.

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